Viele sind überzeugt, dass eine IP-Adresse fast wie GPS-Koordinaten des Computers ist. Gibt man eine IP ein, erhält man die genaue Adresse, das Haus, die Wohnung und den Namen des Eigentümers. Leider (oder vielleicht zum Glück) funktioniert das Internet so nicht.
In der Praxis ist die IP-Geolokalisierung ein Wahrscheinlichkeitsmodell, das auf einer riesigen Menge von Daten basiert: Routing, Informationen der Provider, BGP, ASN, Historie der Nutzung von Adressbereichen, Statistik und maschinellem Lernen. Daher können zwei verschiedene Dienste für dieselbe IP durchaus unterschiedliche Städte anzeigen, ja manchmal auch verschiedene Länder.
Es gibt keine einzige weltweite Datenbank, in der verzeichnet wäre: „IP 1.2.3.4 befindet sich genau hier“.
Jeder Anbieter einer Geolokations-Datenbank baut sein eigenes Modell. Der eine nutzt stärker die Daten von Internetprovidern, der andere analysiert Routen, der dritte sammelt Informationen von Millionen Benutzergeräten.
Deshalb unterscheiden sich die Datenbanken der Marktführer und anderer regelmäßig voneinander.
Wenn der Dienst nur eine Datenquelle anzeigt, sehen Sie faktisch die Meinung einer einzigen Datenbank.
Stellen Sie sich vor, Sie haben einen mobilen Proxy für Deutschland gekauft: Eine Datenbank identifiziert ihn als Berlin, eine zweite als Frankfurt, eine dritte hält ihn sogar für in den Niederlanden ansässig. Welche Antwort ist richtig? Wahrscheinlich gibt es keine vollständig richtige Antwort. Jede Datenbank hat ihre eigene Genauigkeit und eigene Verzögerungen bei der Aktualisierung der Informationen. Deshalb ist es bei der IP-Überprüfung viel hilfreicher, mehrere unabhängige Quellen gleichzeitig zu vergleichen, als dem einzigen Ergebnis zu vertrauen.
Die moderne IP kann viel mehr sagen als nur das Land.
Es lohnt sich, Folgendes zu betrachten:
Für den Ingenieur ist diese Information oft viel wertvoller als der Name des Ortes.
Zum Beispiel erlaubt ASN sofort zu verstehen, ob die IP zu einem Mobilfunkbetreiber, zu einem Heimprovider oder zu einem großen Rechenzentrum gehört.
Wenn Sie Proxys zur Automatisierung, zum Parsen, zur Werbung, zum Testen oder zur Arbeit mit Mehrfachkonten verwenden, ist Geografie nur eine von Eigenschaften.
Auf Reddit tauchen regelmäßig Geschichten auf, in denen „Resident“-Proxys sich in der Praxis als Adressbereiche von Cloud-Anbietern herausstellen. Einer der einfachsten Wege, dies zu prüfen, besteht darin, ASN zu prüfen und ihn mit dem tatsächlichen Internetanbieter abzugleichen.
Viele wundern sich, Breitengrad- und Längengradkoordinaten einer IP zu sehen. Es scheint, als wisse das System den Standort des Geräts mit einer Genauigkeit von wenigen Metern. In Wahrheit sind die Koordinaten meist nur der ungefähre Mittelpunkt einer Stadt, einer Region oder eines Servicebereichs des Anbieters. Für Mobilfunkanbieter ist die Situation noch interessanter. Die gleiche IP kann von einer riesigen Anzahl von Abonnenten über CGNAT verwendet werden, und deren geografische Lage kann sich ändern, wenn sich das Gerät zwischen Basisstationen bewegt.
Wenn Sie wirklich verstehen möchten, wie eine IP im Internet aussieht, lohnt es sich, mehrere Parameter zu analysieren:
Genau dieser Ansatz ermöglicht es, Geolokationsfehler, falsche Netzklassifizierung oder Proxy-Probleme schnell zu erkennen.
Darum guter IP-Location-Lookup heute — das ist nicht mehr nur ein Service „das Land anzeigen“. Es ist ein vollständiges Instrument der Netzwerddiagnose, das zeigt, wie Ihre IP von verschiedenen Datenbanken wahrgenommen wird, ihre Netzzugehörigkeit bewertet und sicherstellt, dass sie Ihren Erwartungen entspricht. Dafür ist es besonders praktisch, Dienste zu verwenden, die gleichzeitig Ergebnisse mehrerer beliebter Geolokationsbasen vergleichen und nicht nur Land und Stadt, sondern auch ASN, ISP und Verbindungstyp anzeigen.